Was ist Logopädie?

Sprache eröffnet die Teilnahme an Gesellschaft, Kultur und Bildung. Sie ist grundlegendes Mittel in allen Lebens- und Lernbereichen, im Dienste von: Verstehen, Ausdruck, Interaktion, persönlichem und schulischem Lernen und Denken, Wohlbefinden.

Logopädie lohnt sich – unbehandelte Störungen der gesprochenen oder geschriebenen Sprache wirken sich nachhaltig negativ auf das gesamte Leben der Betroffenen aus, Primärfunktionen des Sprechtraktes sind überlebenswichtig.

Logopädie befasst sich mit Störungen der Kommunikation, der verbalen und nonverbalen Sprache, des Sprechens, des Redeflusses, der Atmung, der Stimme, des Schluckens, der Schriftsprache (Lesen und Schreiben) und des mathematischen Verständnisses.

In Theorie, Praxis und Forschung umfasst das Tätigkeitsgebiet von LogopädInnen mit EDK-anerkannter1 Ausbildung:

  • Prävention, allgemeine Aufklärung der Öffentlichkeit/Information
  • professionelle fachliche Beratung von Eltern/ Angehörigen und Fachpersonen anderer Professionen
  • selbständige Diagnostik (inkl. Screenings zur Früherkennung) und Beurteilung der Indikation und Qualität/Form der logopädischen Massnahmen
  • Entwicklung und Planung therapeutischer und pädagogischer Massnahmen (fhnw.ch/ph, 2013, S. 5)
  • Therapie, Förderung und Rehabilitation
  • Dokumentation, Berichterstattung, Evaluation, administrative Arbeiten
  • Verhandlungen/Runde Tische etc., Kontakte mit Behörden, Fachstellen, weiteren Fachpersonen
  • Prävention von Sekundärstörungen und Verhinderung/Verminderung von Benachteiligungen
  • Hilfestellungs- und Hilfsmittelmanagement, Nachsorge: Anregungen bezüglich Gestaltung eines sprachunterstützenden Alltages- Begleitung und Überprüfung Angehöriger bei Interventionen zu Hause (inkl. Schlucken) (DLV, kein Datum)
  • enge Zusammenarbeit mit anderen Fachpersonen in ihrem Umfeld, kollegiale Arbeit in interdisziplinären Teams (fhnw.ch/ph, 2013, S. 5)
  • je nach Arbeitsgeber variierende Aufgaben in Bereichen, wie: Mitarbeit in Schulentwicklung, Schulgestaltung, Pflichten im Schulalltag, Team-Projektarbeit etc.
  • Initiieren und Begleiten sprachunterstützender Projekte/Informieren über logopädische Teilgebiete/Informieren über Selbsthilfegruppen (DLV, kein Datum)
  • Mitarbeit in Aus- und Weiterbildungsmodulen, Teilnahme an Forschungsprojekten
  • Permanente persönliche Weiterbildung, QS, Spezialisierungen

Logopädie hat zum Ziel, gemeinsam mit dem betroffenen Kind, Jugendlichen oder Erwachsenen und deren Bezugspersonen eine möglichst normale Sprach-, Kommunikations- oder Schluckkompetenz zu erreichen, um die adäquate Bewältigung kommunikativer und funktionaler Lebensanforderungen zu ermöglichen. Damit werden persönlich-soziale Zugehörigkeit, Partizipation und (Re-)Integration in Gesellschaft, Kultur und Bildung angestrebt. Ziele sind Teilhabe, eine fähigkeitsadäquate Ausbildung oder Tätigkeit in Beruf und die Bewältigung des Alltags zu ermöglichen bzw. wieder zu ermöglichen.

Die Logopädie ist eine Fachdisziplin mit pädagogisch-therapeutischer und medizinisch-therapeutischer Ausrichtung. Logopädinnen sind in verschiedenen Organisationen des Bildungs- und Gesundheitswesens, darunter in erster Linie in Schulen, spezialisierten Diensten oder Spitälern (Akut- oder Rehaklinik), tätig (fhnw.ch/ph, 2013, S. 5).

Logopädinnen arbeiten eigenverantwortlich und selbständig mit Menschen jeglichen Alters, aller Schichten und Nationalitäten (DLV, kein Datum). In ihrer Tätigkeit nutzen sie die interdisziplinäre Zusammenarbeit aktiv (fhnw.ch/ph, 2013, S. 5). Je nach beruflicher Ausrichtung arbeiten sie inter- bis transdisziplinär eng mit Fachleuten anderer Disziplinen zusammen (Pädagogik, Sonderpädagogik, Medizin, Psychologie etc.).

LogopädInnen sind zur Erfassung und gezielten Abklärung mittels informeller und standardisierter Testverfahren berechtigt (diagnostische Kompetenz).

Gemäss den individuellen Bedürfnissen (Indikation) des betroffenen Kindes bzw. Erwachsenen bestimmt die Logopädin die Zielsetzung, Therapiegestaltung, Methodenwahl, Intensität, Frequenz, Dauer und Therapieform (Setting: separativ/ integrativ, mono-/transdisziplinär, in Einzelsetting, Klein- oder Grossgruppe). Überwiegend wird Logopädie als Einzeltherapie geführt. Sie gründet auf einer differenzierten Diagnose und ist einzelfall-bedürfnisorientiert und störungsspezifisch ausgerichtet.

Grundbausteine aus den Bezugswissenschaften Pädagogik, Sonderpädagogik, Psychologie, Medizin und Linguistik sowie relevante Kenntnisse in Forschung und Entwicklung unterstützen die Fachlichkeit.

In die Therapie einbezogen werden Basisfunktionen wie Wahrnehmung (Hören, Sehen, Spüren etc.), Motorik, sozial-emotionales Verhalten, Spielentwicklung und Kognition.

Literaturverzeichnis

DLV. (kein Datum). logopaedie.ch. (DLV, Herausgeber) Abgerufen am 2017 von http://www.logopaedie.ch/

fhnw.ch. (kein Datum). http://www.fhnw.ch/ph/bachelor-und-master/studiengaenge/bachelor-logopaedie. Abgerufen am 01. 02 2017 von http://www.fhnw.ch/ph/bachelor-und-master/studiengaenge/bachelor-logopaedie

fhnw.ch/ph, k. (2013). Bachelor-Studiengang Logopädie. Brugg-Windisch: Campus Brugg-Windisch, Bahnhofstrasse 6, 5210 Windisch, www.fhnw.ch/ph.

 

Quellen: FHNW Website und Prospekt, DLV Website, HfH Website, Uni Fribourg Website, Uni Lausanne Website, LRB Website, SHLR Website

 

1 Schweizerische Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren, Anerkennung der Schweizer Studiengänge