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Die menschliche Stimme ist ein
wesentlicher Aspekt in der Kommunikation zwischen Menschen. Sie entsteht durch
das perfekte Zusammenspiel und die exakte Abstimmung von Atmung, Stimmlippen-
und Sprechbewegungen. Diese sind die kompliziertesten Bewegungen, zu denen der
Mensch fähig ist. Nicht nur das Zusammenspiel bestimmter Muskelgruppen ist für
eine normale Stimme verantwortlich, sondern der Mensch in seiner Ganzheit. Die
Persönlichkeit des Menschen findet Ausdruck in seiner Stimme.
Wie wird die menschliche Stimme
gebildet?
Damit Stimme produziert werden kann,
muss der Körper dem Kehlkopf die nötige Energie in Form von Luft zur Verfügung
stellen. Dies ist nur durch optimale Koordination aller Muskeln und eine gute
ganzkörperliche Beweglichkeit möglich. Folglich kann die Stimme um so
leistungsfähiger werden, je lebendiger die Atmung und je vitaler der Körper ist.
Im Speziellen besteht der Stimmapparat aus der Lunge, dem Kehlkopf und dem so
genannten Ansatzrohr. Die Funktion dieser Organe bei der Stimmerzeugung kann mit
der Tonerzeugung in einem Musikinstrument (Orgel) verglichen werden:
Die Lunge hat die Funktion des Blasbalgs. Der Ausatmungsstrom ist der
Energie liefernde Antrieb bei der Stimmerzeugung, der die Stimmlippen (=
Stimmbänder) im Kehlkopf und damit die ausströmende Luft zum Schwingen bringt
(Funktion des Zungenwerkes), was als Ton hörbar ist. Die Stimmlippen können
durch die Kehlkopfmuskulatur äusserst fein in ihrer Stellung und Spannung
reguliert werden, wodurch die Tonhöhe der Stimme geändert werden kann. Die
Änderung der Stimmlautstärke erfolgt durch ein verstärktes Anblasen der
Stimmlippen bei der Ausatmung. Das so genannte Ansatzrohr besteht aus Rachen,
Mundhöhle und Nasenhöhle und dient als Resonanzraum und Sprechorgan.
Neben der normalen Beschaffenheit und
Funktion der einzelnen Organe ist die komplizierte Steuerung und Kontrolle durch
das Nervensystem ausschlaggebend.
Was ist eine Stimmstörung?
Sowohl Erkrankungen der Stimmorgane selbst, als auch verschiedene
Allgemeinerkrankungen sowie seelische und
psychische Belastungen oder Störungen können dazu führen, dass das Zusammenspiel
von Atmung, Stimme und Artikulation gestört ist. Ist dies der Fall, spricht man
von einer Stimmstörung, die sich durch folgende Symptome äussern kann:
-
Heiserkeit: schwacher oder rauer
Stimmklang, vorübergehendes Stimmversagen bis Stimmlosigkeit
-
verminderte Belastbarkeit der
Stimme: vorzeitige Stimmermüdung, Sprechanstrengung, Atemnot bzw.
Luftknappheit beim Sprechen
-
falsche Stimmlage oder ungünstige
Lautstärke
-
Druckgefühl und Missempfindungen im
Kehlkopf und Halsbereich
-
Husten und Räusperzwang
Im Laufe seines Lebens leidet jeder
Mensch immer wieder an einer mehr oder weniger ausgeprägten Stimmstörung. In den
allermeisten Fällen sind die Ursachen harmlos und die Störung vorübergehend,
wenn stimmhygienische Massnahmen eingehalten werden. Trotzdem kann sich hinter
jeder Stimmstörung eine ernste, die Gesundheit der Stimme oder sogar das Leben
bedrohende Erkrankung verbergen. Jede länger andauernde Heiserkeit (über 3
Wochen) oder deutliche Stimmveränderung muss daher unbedingt fachärztlich
abgeklärt werden.
Nur durch eine entsprechende
Kehlkopfuntersuchung kann die HNO-ÄrztIn bzw. die PhoniaterIn (=FachärztIn für
Stimm- und Sprachstörungen) feststellen, ob eine organische oder funktionelle
Stimmstörung vorliegt und die weitere Behandlung einleiten.
Wie kann es zu einer Stimmstörung kommen?
Für die Entstehung einer Stimmstörung kommen mehrere Ursachen in Frage, die sich
meist wechselwirkend beeinflussen:
-
Anlagebedingte Schwäche
(Konstitution) der Stimmorgane, vor allem bei vermehrter Stimmbelastung (z.B.
bei einem Stimmberuf)
-
Falsche Stimm- und
Sprechgewohnheiten, die sich im Laufe der Zeit entwickelt haben
-
Überbelastungen der Stimme durch
übermässigen und falschen Stimmgebrauch
-
Psychische Einflüsse, da die
Kehlkopfmuskeln sehr sensibel auf psychische Belastungen ("es schnürt einem
die Kehle zu") reagieren und die Stimme Spiegel der Persönlichkeit und des
inneren Zustandes ist (Stimme - Stimmung)
-
Nebenwirkung bei
Medikamenteneinnahme (z.B. Hormonpräparate)
-
Chronische Belastung der Schleimhaut
durch verschiedene Noxen wie z.B.: Nikotin, Staub usw.
Was beinhaltet eine logopädische
Therapie bei einer Stimmstörung?
Im Rahmen einer logopädischen
Stimmtherapie werden die Grundlagen von Anatomie und Physiologie vermittelt,
sowie Zusammenhänge zwischen den Bereichen Körperwahrnehmung, Atmung, Haltung
und Bewegung wie auch Stimmgebung und Artikulation erfahren.
Ziel der Therapie
ist es, durch gezielte Übungen ungünstige Funktionsmuster aufzudecken und
abzuändern, so dass die Leistungsfähigkeit der Stimme gesteigert werden kann.
Voraussetzung dafür ist die Bereitschaft aktiv mitzuarbeiten, Übungen
selbständig durchzuführen und im Alltag anzuwenden und alte Stimmgewohnheiten
und ev. auch Lebensgewohnheiten zu verändern. Im Speziellen werden nach
umfassender Befunderhebung entsprechende, individuell abgestimmte
Therapiemassnahmen zu unterschiedlichen Bereichen durchgeführt:
-
Verbesserung der Körperwahrnehmung
-
Regulierung der Körperspannung:
durch Lockerungs- und Entspannungsübungen bzw. Spannungsaufbau
-
Arbeit an der Qualität von
Körperhaltung und Bewegung (effizienter und ökonomischer Umgang)
-
Erlernen einer physiologischen
Atmung und Erweiterung der Atemräume
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Verbesserung der Stimmproduktion:
z.B. durch Übungen zur Stimmkräftigung oder zur Resonanz mit Silben oder
Wörtern, die kontinuierlich zu Phrasen und Sätzen ausgeweitet werden.
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Verbesserung der Artikulation
-
Transfer in den privaten und
beruflichen Alltag
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