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Der Mensch schluckt täglich ca. 600
bis 2000 Mal. Trotz der Vielzahl von Nerven und Muskeln, die am äusserst
komplexen Schluckvorgang beteiligt sind, geschieht dies unbewusst.
Aufmerksam wird man erst dann, wenn Schwierigkeiten im Ablauf auftreten. Da in
unserer Gesellschaft Essen und Trinken einen besonderen Stellenwert haben, sind
Personen mit Schluckproblemen und deren Familien in ihrer Lebensqualität
entschieden beeinträchtigt. An Stelle des Genusses tritt oft die Angst
vor dem Verschlucken.
Was ist eine Dysphagie?
Dysphagie heisst übersetzt
Schluckstörung. Kennzeichen dafür sind Schwierigkeiten beim Transport von
Nahrung, Flüssigkeiten oder Speichel vom Mund in den Magen.
Je nach Ausprägung kann es zu Folgeerscheinungen wie z.B. Mangelernährung,
Austrocknen oder Lungenentzündung bei regelmässiger Aspiration (=Eindringen von
Speichel oder Nahrung in die Luftröhre und in die Lunge) kommen.
Auftreten können Schluckstörungen im Rahmen vieler Erkrankungen des Gehirns oder
nach Operationen im Kopf- und Halsbereich, aber auch als Veränderung der
Speiseröhrenwand (z.B.: Divertikel).
Welche Symptome können auftreten?
Indirekte Hinweise:
Ungewollte Gewichtsabnahme
Verstärkte Verschleimung
Verstärktes Husten
Fieber unklarer Herkunft
Veränderung der Haltung beim
Schlucken
Beeinträchtigung des Sprechvermögens
Räusperzwang
Fremdkörpergefühl im Hals
Aufstossen / Sodbrennen
Direkte Hinweise:
Veränderung der
Stimme
Angst vor dem
Schlucken
Schmerzen beim
Schlucken
Ausspucken von
Nahrung
Erschwerte /
verlängerte Nahrungsaufnahme
Husten bei oder nach
der Nahrungsaufnahme
Steckenbleiben von
Nahrung im Mund oder im Hals
Was beinhaltet eine logopädische
Therapie bei einer Schluckstörung?
Nach umfassender Befunderhebung werden
die entsprechenden, individuell abgestimmten Therapiemassnahmen eingeleitet:
Erklärung der anatomischen und
physiologischen Grundlagen
Befund- und Therapieplanbesprechung
Verbesserung der Körperhaltung und
der Körperspannung
Verbesserung der am Schlucken
beteiligten Muskulatur durch gezielte aktive und passive Methoden
Diätetische Massnahmen (wie zum Beispiel Änderung der Nahrungskonsistenz, ...)
Erlernen von kompensatorischen
Manövern
Verbesserung der Ruhe- und
Sprechatmung sowie der Stimmqualität. |