Logopädinnen- und Logopädenverband der Region Basel
LRS

Home
Portrait
Aktuelles
Fortbildungen
Mitgliedschaft
Downloads
Logopaedie
Kontakt


Lese-Rechtschreib-Schwäche

    zum Ausdrucken im pdf-Format

Was ist eine Lese-Rechtschreibschwäche?
Die Lese-Rechtschreibschwäche ist der Oberbegriff für alle Lernstörungen, die im Zusammenhang mit dem Erwerb von Schriftsprache stehen.
Trotz grossem Einsatz und Fleiss verbessern sich oftmals die Symptome kaum, da dem Kind grundlegende Voraussetzungen für das Erlernen von Lesen und Schreiben fehlen.
Voraussetzungen für den Schriftspracherwerb sind entsprechende Fähigkeiten im Bereich der Wahrnehmung, Motorik und Sensorik sowie deren Integration. Diese Fähigkeiten entwickeln sich vorwiegend in den ersten sechs Lebensjahren. Schwächen oder Störungen in einzelnen Bereichen (=Teilleistungsschwächen) können zu Schwierigkeiten beim Erwerb von Sprache und Schriftsprache führen.

Wie kann sich eine Lese-Rechtschreibschwäche äussern?

Die Erscheinungsformen einer LRS sind sehr vielfältig.
Häufige Primärsymptome betreffen:

Rechtschreibung

Spiegelbildlich geschriebene Buchstaben
Falsche Buchstabenreihenfolge (Bort statt Brot usw.)
Buchstabenverwechslungen (Tanne statt Kanne), und -auslassungen ("Grten" statt "Garten")
Hinzufügung von Buchstaben (dicker statt dick)
Verwechslung von „harten“ und „weichen“ Konsonanten
(t - d, p - b, k - g)
Sehr undeutliches Schriftbild
Rechtschreibfehler beim Abschreiben


Lesen

Sehr verlangsamtes Lesetempo
Holpriges, unrhythmisches Lesen
Verwechslung der Buchstaben
Fehlendes Lese-Sinnverständnis

Allgemein

Ähnlich klingende Laute können nicht voneinander unterschieden werden
Unterschiede in der Raumlage werden nicht wahrgenommen
Gehörtes kann nur schwer behalten werden
Gesehenes kann nur schwer behalten werden
Fehlerhafte rechts - links Unterscheidung
Gleichgewichtsprobleme
Schwierigkeiten in der Feinmotorik (schlecht leserliches Schriftbild) oder Koordinationsfähigkeit

Sekundärsymptome einer LRS lassen sich immer wieder Verhaltensauffälligkeiten und andere Begleiterscheinungen feststellen wie z.B.

Nervosität
Konzentrationsstörungen
Vermeidungsverhalten
Wutausbrüche und Aggressivität
Psychosomatische Beschwerden
Selbstwertproblematik
Schulangst
Langsames Arbeitstempo wie auch stundenlanges Arbeiten an den Hausaufgaben

Welche Ursachen können einer Lese-Rechtschreibschwäche zugrunde liegen?

Wahrnehmungsauffälligkeiten (z.B. zentrale auditive Wahrnehmungsstörung, visuelle Wahrnehmungsdefizite oder beeinträchtigte Augenmotorik, sensomotorische Defizite)

Prä-, peri- und postnatale Einflüsse (z.B. Sauerstoffmangel bei der Geburt, Frühgeburt oder Risikoschwangerschaft)

Milieunahe Faktoren (z.B. anregungsarme Umgebung, überhöhte Leistungsanforderung, zu frühe Einschulung, ...)

Schulische Faktoren (z.B. mehrfacher Lehrerwechsel, hoher     Leistungswettbewerb, ...)

Entwicklungsfaktoren (z.B. verzögerte motorische Entwicklung, verzögerte Sprachentwicklung, ...)

Psychosozial bedingte Auffälligkeiten (z.B. Hyperaktivität,    Motivationsprobleme, geringe Frustrationstoleranz, Gedächtnismängel, ...)

 

Wie können Sie Ihrem Kind helfen?

Akzeptieren Sie, dass Ihr Kind eine LRS hat.
Versuchen Sie Geduld zu haben.
Geben Sie Ihrem Kind wenn nötig Hilfe, nehmen Sie ihm aber nicht alles ab.
Schaffen Sie für die Hausaufgaben oder Übungen eine reizarme Umgebung (kein Radio, Fernseher,...)
Fördern Sie das Mitsprechen beim Schreiben.
Ermuntern Sie Ihr Kind laut zu lesen.
Geben Sie kleine und kontinuierliche Lerneinheiten mit klarer Zeiteinteilung vor
Achten Sie auch darauf, dass zwischen den Lerneinheiten Erholungsphasen eingehalten werden (Ruhe oder körperliche Aktivität).
Denken Sie daran, dass Ihr Kind viele Fähigkeiten besitzt, für die es auch gelobt werden soll! Die LRS soll nicht zum Lebensmittelpunkt werden.

 

Was beinhaltet die logopädische Therapie bei einer LRS?

Nach entsprechender Abklärung durch eine Fachperson können Therapie- bzw. Übungsschwerpunkte festgelegt werden.
Mögliche Übungsbereiche können sein: die Verbesserung von auditiven Wahrnehmungsfähigkeiten (z.B.: genaues Hinhören, Merken von Gehörtem), Verbesserung von visuellen Wahrnehmungsfähigkeiten (z.B.: Merken von Gesehenem, räumliches Vorstellungsvermögen), Konzentrationsübungen und Koordinationsübungen.
Wichtig ist vor allem die Zusammenarbeit zwischen Eltern, TherapeutInnen, LehrerInnen und PsychologInnen.

 


Senden Sie E-Mail mit Fragen oder Kommentaren zur Webseite an: info@logopaedie-basel.ch Copyright © 2006 Logopädinnen- und Logopädenverband der Region Basel, Stand: 12. Juli 2008