Logopädinnen- und Logopädenverband der Region Basel
Dysgrammatismus

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Störung der Grammatik

Kinder lernen im Rahmen des normalen Spracherwerbs bis zum vierten Lebensjahr die wichtigsten grammatikalischen Regeln ihrer Muttersprache. Sie filtern aus dem umfangreichen sprachlichen Angebot relevante Einheiten heraus und verarbeiten sie.
Ab ca. 18 Monaten werden einzelne Wörter aneinander gereiht („Mama Arbeit“, „Leo Brot haben“). Im Laufe der nächsten 1 ½ Jahre lernen sie zwischen Einzahl und Mehrzahl zu unterscheiden, verwenden passende Artikel und stimmen sowohl Subjekt und Prädikat („Ich esse Brot.“) als auch Eigenschaftswörter und Hauptwörter aufeinander ab („Du isst ein gutes Brot.“). Ab dem dritten Lebensjahr werden auch komplexe Nebensätze gebildet („Ich kann nicht einschlafen, weil ich noch so durstig bin.“). Mit vier Jahren sollte ein Kind Sätze bilden können wie ein Erwachsener.
Dies gelingt einigen Kindern nicht, wodurch ihre grammatikalischen Fähigkeiten nicht ihrem Alter entsprechen.

Welche Merkmale verminderter grammatikalischer Fähigkeiten gibt es?
Die Kinder bilden nur einfache Sätze, wobei Unsicherheiten in der richtigen Wortstellung auftreten. Häufig werden einzelne Satzstrukturen ausgelassen bzw. nicht verwendet. Auslassungen von Hilfsverben und Artikeln sowie falsche Bildung der Mehrzahl sind charakteristisch. Ausserdem ist die Differenzierung von Fällen meist inkorrekt, Regeln der Wortbildung und des Satzbaues werden nicht oder nur teilweise beherrscht.

Welche sprachliche Förderung können Sie in den Alltag einfliessen lassen?
Einfache Spiele (Einkaufen, Memory, Puppen spielen, ...) bieten eine gute Gelegenheit, Ihrem Kind einfache grammatikalische Merkmale anzubieten: „Ich nehme Milch – du nimmst Mehl“ „Ich kaufe einen Apfel – du kaufst zwei Äpfel“.
Sprechen Sie mit Ihrem Kind in kurzen Sätzen und in Ihrer normalen Umgangssprache.
Suchen Sie beim Sprechen den Blickkontakt mit Ihrem Kind.
Lassen Sie Ihr Kind nicht nachsprechen, bieten Sie Ihrem Kind falsche Sätze noch einmal korrekt an („Ich gestern draussen war.“ - „Ja, du warst gestern draussen“) oder formen Sie ihn um („Ich Hunger haben.“ - „Hast du Hunger?“). Auf diese Weise werden Sätze richtig angeboten, die genau der sprachlichen Entwicklungsstufe Ihres Kindes entsprechen.
Um auf die speziellen Schwierigkeiten Ihres Kindes eingehen zu können, ist es sinnvoll, eine logopädische Abklärung und ein Beratungsgespräch in Anspruch zu nehmen.

Was beinhaltet die logopädische Therapie bei einer Störung des Grammatikerwerbs?
Nach einer umfassenden Diagnostik wird in der logopädischen Therapie versucht, spielerisch oder in handlungsorientierter Therapie den nächsten grammatikalischen Entwicklungsschritt zu bahnen. Bei Schulkindern kann die Schrift als Metaebene dienen.

 


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