Logopädinnen- und Logopädenverband der Region Basel
Aphasie

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Erworbene Sprachstörung

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Die Aphasie ist eine Sprachstörung, die als Folge einer Erkrankung oder Verletzung des Gehirns auftreten kann. Ein Schlaganfall, eine Gehirnblutung oder z.B. ein Schädelhirntrauma (SHT) kann also die Ursache dafür sein, dass der Betroffene die Sprache nicht mehr wie gewohnt verwenden kann. Es können Schwierigkeiten beim Sprechen, im Sprachverständnis und/oder beim Lesen und Schreiben auftreten. Eine Aphasie kann den Menschen in verschiedenen Formen und Schweregraden betreffen und sie kann sich auch verändern. Manchmal wird die Aphasie von einer Störung der Bewegung, der Rechenfähigkeit und/oder des Handlungsablaufs oder des Erkennens begleitet. Auch die Fähigkeit zu artikulieren und zu schlucken kann erschwert sein. Häufig werden auch Veränderungen der Persönlichkeit und des sozialen Verhaltens beobachtet. Aphasien haben oft dramatische Änderungen der Lebensverhältnisse zur Folge:
Menschen mit Aphasie können meist ihren alten Beruf nicht mehr ausüben und private Kontakte verringern sich.
Eine Aphasie ist weder eine Denkstörung noch eine geistige Behinderung, sondern eine Sprachstörung, die überwiegend bei Erwachsenen auftritt.

Was sollten Sie als Gesprächspartner beachten ?
Der Betroffene braucht mehr Zeit für seine Äusserungen. Nehmen Sie sich daher die Zeit zum Zuhören und unterbrechen Sie ihn nicht. Versuchen Sie abzuwarten, ob Sie den Sinn des Gesprochenen aus weiteren Äusserungen verstehen können.
Das Sprechen ist nur eine Form der Kommunikation. Beachten Sie daher auch Körpersprache, Mimik und Gestik sowie Tonfall.
Achten Sie auf den Inhalt, auch wenn die Mitteilungen fehler- oder lückenhaft sind.
Aphasiker verwenden oft ähnliche Wörter, um etwas Bestimmtes auszudrücken.
Aufmerksames Zuhören und Mitdenken kann zum beabsichtigten Wort führen.
„Sprechen steckt an!“ Warten Sie jedoch mit eigenen Wortvorschlägen, um der/dem Betroffenen nicht sofort „ins Wort zu fallen“.
Beobachten Sie die Reaktion der/dem Betroffenen, um festzustellen, ob sie/er Sie wirklich versteht.
Eine laute Umgebung erschwert das Verstehen!
Schaffen Sie Ruhe und sorgen Sie für möglichst wenig Hintergrundgeräusche (z.B. Radio, Fernseher, ...).
Setzen Sie nicht-sprachliche Signale ein (z.B. Tonfall, Körper-sprache, Mimik, Gestik, Bildmaterial, ...).
Verändern Sie die Formulierung, wenn Sie von der AphasikerIn nicht verstanden werden (wählen Sie z.B. ein anderes Wort).
Sprechen Sie ruhig, nicht zu schnell und/oder zu laut.
Sprechen Sie in einfachen und kurzen Sätzen und legen Sie Pausen ein.

Was beinhaltet die logopädische Therapie bei Aphasie?
Nach umfassender Befunderhebung und Besprechung werden die entsprechenden individuell abgestimmten Therapiemassnahmen eingeleitet:
Verbesserung von Wahrnehmung, Konzentration und Ausdauer
Verbesserung des Sprachverständnisses
Verbesserung der Sprachproduktion
Verbesserung der Schriftsprache
Verbesserung der grammatikalischen Struktur
Erarbeiten von Umwegstrategien durch Einsetzen von nicht-sprachlichen Signalen.
Angehörigenberatung

Das Ziel der logopädischen Therapie bei Patienten mit Aphasie ist die Verbesserung der Kommunikation. Hilfreich dabei ist eine gute interdisziplinäre Zusammenarbeit!

Beachten Sie auch folgenden Link:

www.aphasie.org

 


Senden Sie E-Mail mit Fragen oder Kommentaren zur Webseite an: info@logopaedie-basel.ch Copyright © 2006 Logopädinnen- und Logopädenverband der Region Basel, Stand: 12. Juli 2008